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Lotte Ulbricht Artikel
Lotte Ulbricht (geborene Kühn, * 19.04 1903 in Berlin-Rixdorf, † 27. März 2002 in Berlin-Pankow) war eine SED-Funktionärin und die dritte Ehefrau des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht.
Charlotte Kühn wurde 1903 als Tochter eines Hilfsarbeiters und einer Heimarbeiterin in Berlin geboren. Nach Besuch der Volks- und Mittelschule war sie als Büroangestellte und Stenotypistin beschäftigt. Sie trat 1919 der Freien Sozialistischen Jugend, 1921 der KPD bei. Sie arbeitete beim Zentralkomitee der KPD, war 1922-23 Stenotypistin bei der Kommunistischen Jugendinternationale (KJI) in Moskau, danach Mitglied des Zentralkomitees der KPD und der KPD-Reichtagsfraktion, 1926-27 Archivarin bei der KJI und dann bis 1931 Sekretärin und Stenotypistin bei der Handelsvertretung der UdSSR in Berlin.
1931 emigrierte sie mit ihrem ersten Ehemann Erich Wendt nach Moskau. Sie war Referentin bei der Kommunistischen Internationale und absolvierte ein Fernstudium an der Akademie für Marxismus-Leninismus und ein Abendstudium an der Kommunistischen Universität Moskau.
Nach der Verhaftung ihres Ehemannes 1936 in dem Rahmen der stalinistischen Säuberungen musste auch sie sich einer Behandlung unterziehen und erhielt 1938 eine Parteirüge. Sie arbeitete 1939-41 als Setzerin in einer Druckerei für ausländische Literatur, danach bis 1945 wieder für die Kommunistische Internationale.
Bis 1947 war sie Mitglied in dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, danach persönliche Mitarbeiterin von Walter Ulbricht, den sie schon aus ihrer Moskauer Zeit kannte. Nach der Eheschließung mit Walter Ulbricht schied sie als persönliche Mitarbeiterin aus und begann ein Studium am Institut für Gesellschaftswissenschaften, das sie 1959 als Diplom-Gesellschaftswissenschaftlerin abschloss. 1959-73 war sie Mitarbeiterin am Institut für Marxismus-Leninismus, wo sie u.a. für die Redaktion der vom Institut herausgegebenen Reden und Schriften Walter Ulbrichts verantwortlich war. Daneben war sie Mitglied der Frauenkommission beim Sekretariat des Zentralkomitees und beim Politbüro des Zentralkomitees der SED. Seit Juli 1973 war sie in dem Ruhestand.
Lotte Ulbricht wurde von der Staats- und Parteiführung der DDR vielfach ausgezeichnet: sie erhielt u.a. 1959, 1963 und 1978 den Vaterländischen Verdienstorden, 1969 und 1983 den Karl-Marx-Orden und 1988 den Großen Stern der Völkerfreundschaft.
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- Lotte Ulbricht "Eine unvergessliche Reise" 1965
- Lotte Ulbricht "Reden und Aufsätze. 1943 – 1967", Dietz Verlag Berlin
- Lotte Ulbricht, Frank Schumann "Mein Leben" 2003, ISBN 3-36000-992-4
- Frank Schumann "Lotte und Walter. Die Ulbrichts in Selbstzeugnissen, Briefen und Dokumenten." 2003 ISBN 3-36001-233-X
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